Garten- und Verschönerungsverein Benediktbeuern e.V.

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Warum setzen wir die Vereinsgeschichte in das Internet, oder ist das nur “Schnee von gestern”?:

Ist es nicht interessant, was für Höhen und Tiefen im Leben  erfahren werden? - und man erfährt, daß und wie es aus den Tiefen wieder hoch geht und von den Höhen wieder herunter!

Ist es nicht interessant, wer aller dabei war, aus der Heimat, aus der Großfamilie? Natürlich sind die Beschreibungen meist nur Andeutungen, aber es geht um die große Linie, um den Weg!

Ist es nicht interessant, aus welchen Anfängen die heutigen  Leistungen aufgebaut wurden? Das gibt doch Mut für die Zukunft. Das ist doch auch Ansporn mit zu machen! - und vor allem: Von alleine läuft nichts! 

Es sollte vielleicht auch Dankbarkeit und Respekt erzeugen - an unser Vorfahren!

Ein Dank sei hier angebracht an Herrn Otto Gion:
Er hat die historischen Unterlagen von 1901-1920 auf seinem Dachboden gefunden und uns zur Verfügung gestellt.
Vielleicht kann über die Zeit von 1920 - 1940 auch noch etwas gefunden werden
.

Übersicht der Vereinsleitung

1903       Gründung, wahrscheinlich durch Herrn Pfarrer Andreas Langenwalter

Zeit

1. Vorstand

2. Vorstand

Kassier

Schriftführung

1909

J. Roßmair

Gerold Anton

Rest Johann

 

1913

Gerold Anton

 

 

 

 

keine Unterlagen

 

 

 

ab 1930

Forstmeister Muffat

 

 

 

1941

Hauptlehrer Mundel

Weizmann

 

 

1948

Benedikt Reiner

Alois Auer

Jos. Schmötzer

Hedwig Kellner

1954

Benedikt Reiner

Alois Auer

Jos. Schmötzer

Hedwig Kellner

1958

Hans Pielmeier

 

G. Trautnitz

Hedwig Kellner

1962

Hans Pielmeier

 

G. Trautnitz

Hedwig Kellner

1968

Margarete Hofer

 

G. Trautnitz

Hedwig Kellner

1972

Margarete Hofer

Bernh. Bußmann

G. Trautnitz

Hedwig Kellner

1978

Margarete Hofer

Bernh. Bußmann

G. Trautnitz

Hedwig Kellner

1979

Marieluise Winkler

 

 

 

1982

Marieluise Winkler

Bernh. Bußmann

Clemens Rehm

Christl Schwarz

1986

Josef Hofer

Bernh. Bußmann

Clemens Rehm

Christl Schwarz

1990

Josef Hofer

Bernh. Bußmann

Clemens Rehm

Christl Schwarz

1994

Rainer J. Kellner

Bernh. Bußmann

Clemens Rehm

Hansjörg Stricker

1998

Rainer J. Kellner

Bernh. Bußmann

Annelies Ried

Hansjörg Stricker

2002

Rainer J. Kellner

Maria Pfund

Annelies Ried

Gertrud Lechner

2007

Agathe Kiessling

Rainer J. Kellner

Annelies Ried

Gertrud Lechner

2010

Agathe Kiessling

Klaus Riede

Kom. Rainer J. Kellner

Gertrud Lechner

2012

Agathe Kiessling

Klaus Riede

Rosemarie Frost

Gertrud Lechner

Unser Verein wurde 1902 oder 1903 gegründet.
Mitbegründer ist wahrscheinlich  Herr Pfarrer Andreas Langenwalter (*1829- +1914), der auch Ehrenbürger der Gemeinde Benediktbeuern ist, das Gemeindekrankenhaus gegründet und bei der Leonhardifahrt die Wagen eingeführt hat. 1901 wurde der  Bienenzüchterverein aufgelöst und 1903 in den Gartenbauverein eingegliedert.

Aus den Jahren 1902 bis 1908 liegen detaillierte Obstbaumbestelllisten über 576 Bäume vor,
Der Verein hat hierdurch das Erscheinungsbild unserer Heimat wesentlich verändert und verschönert.
1904
bekam der Verein vom Landwirtschaftlichen Bezirksausschuß Bad Tölz, eine Prämie von 20 Mark ausbezahlt für vorzügliche Leistungen auf dem Gebiet der Obstbaumzucht.
1909
Vom 1. Jan. liegt das erste Wahlprotokoll vor:
1.Vorstand: Josef Rossmeier, Oberlehrer 2. Vorstand: Gerold Anton, Kassier: Rest Johann
Der Jahresabschluß von 1909 weist ein Defizit von 11 M 89 Pf auf.
1910 hatte man einen Überschuß von 23 M 71 Pf erwirtschaftet.

Das Gruppenbild von 1912 ist uns von Herrn Ludwig Gerl aus Bichl zur Verfügung gestellt worden.
 
1914
hatte man 60 Mitglieder und einen Jahresbeitrag von 1 M
Nur 1 Monat später im Febr. waren es nur noch 47 Mitglieder - der Krieg hatte begonnen.
Folgende Sorten waren gefragt:Weißer Klarapfel, Hagedorn, Schöner v. Boskoop und Danziger Kantapfel.

1917
war der Jahresbeitrag 1 M 10 Pf

Die Zeit von 1920 bis 1940 ist nicht dokumentiert  - bis jetzt.

Ein Schreiben von H. Carl Muffat, seit 1930  1. Vorstand, an Herrn Oberlehrer Mundel, B’beuern:
“Ich bitte Sie, ab 1.10.41, die  Leitung des hiesigen Obstbauvereins zu unternehmen. Ich muß die Leitung leider wegen Krankheit niederlegen. Gruß Carl Muffat, Forstmeister.
Ab jetzt galt per behördlicher Anordnung:
Die winterliche Schädlingsbekämpfung ist eine Pflicht.

1943:
Am 7.5. wird Herrn Johann Mundel mitgeteilt:
Nach Mitteilung des Herrn Reichsbauernführers sind der Landesbauernschaft Bayern 75kg  Nikotinspritzmittel und 8000 kg Nikotinstäubermittel zur Verfügung gestellt worden, die ausschließlich im Obst-, Gemüse- und Ölfruchtbau zu verwenden sind. HH.

Aus den Dokumenten der Kriegsjahre kann man folgende Leitlinien entnehmen:
1.) Gespritzt wird mit allen möglichen Giften auf “Teufel komm raus”. - Da führte man noch einen Krieg - nämlich gegen die Natur selbst.
2.) Es wird dringend empfohlen, Spatzen, Hornissen und Wespen zu töten, da diese das Hühnerfutter fressen und Obst und Weintrauben schädigen.
Am 14.9.43 kommt auch zum ersten mal die “Benediktbeuerer  Wachsrenette ins Gespräch bzw. in die Dokumente. Am 7.10. ein Schr. von Herrn B. Reiner an Herrn Regierungsrat Trenkle: Der Apfelbaum hat 9,25 Ztr. reine Frucht gegeben.

1944:
Das erste feste Gebäude, eine Gerätehütte.

Im Jahre 1945 war die Kriegszeit zu Ende. Wir wurden amerikanisch regiert.
Im Jahre 1946 musste man neu beginnen:
1946: Am 20.3. wurde Herrn Johann Mundel gestattet, am 24.3. eine Versammlung im Gasthaus “Zur Post” abzuhalten, zum Zwecke der Besprechung von Angelegenheiten im Interesse des obigen Vereins.

1946: Im Juli schrieb der “Bayerische Landesverband für  Obst- und Gartenbau e.V. “ München, durch den kommissarischen Vorsitzenden Pfarrer Aigner folgendes: Es sind wieder 50.000 Mitglieder, wo es einstmals 100.000 waren und man bemüht sich sehr, diesen Stand wieder zu erreichen.
Um Obstbäume zu liefern, fehlt es an Anzucht- und Unterlagenmaterial. Um die Verhältnisse zu verbessern veranstaltet man Obstkernsammlungen. Für 1 kg Obstkerne gab es 10 RM.

1947: Das  Landratsamt wollte unsere Obstbauhütte für Wohnzwecke beschlagnahmen. Ein Schreiben des Vereins mit “flammenden Protest” und der Erklärung, dass die Gerätschaften und Schädlingsbekämpfungsmittel gelagert werden müssen, um Obst ersten zu können. Außerdem schrieb man: “Auch in der Nazizeit gab es Spekulanten, welche glaubten, es wäre nun ein nettes Häuschen für ihre Sonderinteressen entstanden”.

1948:
Am 23.9. wurde vom Landrat Dr. Groebner, Herrn J. Mundel erlaubt, am 3.10. um 14 Uhr eine Versammlung abzuhalten, zum Zwecke der Neuorganisation des Vereins.
Es wurde ein neuer Vorstand gewählt: Herr Benedikt Reiner, Kassier: Josef Schmötzer.
Es ging langsam wieder bergauf.

1950
Kauf einer “Kleeman hydraulische Doppelpackpresse”. Sie wurde westlich der Bahnlinie bei einem Holzschuhhersteller betrieben.

1956-57:
Auf Pferdefuhrwerken wurden große Leitern in die Gärten gefahren zum “Bäume Schneiden”. Außerdem ließ der damalige Vorstand B. Reiner mit prunkvollen “Leonhardigeschirren” bepflanzte Blumenkästen an die Häuser verteilen. Der Poststempel “Blumendorf Benediktbeuern” machte uns weiterhin bekannt.
Und so wurde wieder das Dorf verändert + verschönert.

1958
wurde am Angerfeldweg unser heutiges Gebäude zur Unterbringung dieser  Obstdruckpresse unter dem damaligen 1. Vorstand Hans Pielmeier erstellt.

1988:
Kauf einer gebrauchten generalüberholten Doppelpackpresse. Dies ist auch noch unsere derzeitige
Presse. Sie arbeitet mit 200 atü Druck und holt 30 bis 35 ltr. aus 1 Ztr. Äpfel.

1989:
Protokoll v. 11.4.1989: Die Jahreshauptversammlung v. 10.4.1989 war von weitreichender Bedeutung:
a.) Die Vereinssatzung wurde im Hinblick auf die Gemeinnützigkeit einstimmig geändert.
b.) Bau von Keller und Anbau eines Lagerraumes, WC und Dacheinschalung.
c.)  “Der Vorstand wird beauftragt 150,- DM pro Mitglied als Darlehen zu nehmen und für die Tilgung zu sorgen.”
d.) Verbands- und Monatszeitschrift: Der Verein zahlt 1989 die Bezugsgebühr für alle Mitglieder.
Ab 1990 erhöht sich der Vereinsbeitrag um 5,- DM auf 20,- DM jährlich. Darin ist der Bezug des Ratgebers enthalten.         ----        einstimmig angenommen.
e.) Zum  Festumzug anlässlich der 1250 Jahr-Feier des Klosters, stellt der Verein einen Wagen mit einem Blumenwappen von Benediktbeuern.

1990:
Kauf einer Süßmoststerilisieranlage. (Anm: Diese ist 2004 immer noch in Betrieb)

2003:
Dieses Jahr war von so vielen Veranstaltungen erfüllt, wie noch nie! Es ging auf jeden Fall über die zumutbare Belastung der Vorstandsschaft hinaus.
25.2.Jahreshauptversammlung mit schöner Tischdekoration und Verlosung
3 Obstbaumschnittkurse, Obstbaumsammelbestellung, Verteilung von kostenloser Komposterde,
31.5. Jahresausflug ins Kleinwalsertal
9.6. mit dem Verein Lenggries Übernahme der Kaffee u. Kuchenbewirtung bei den “Tölzer Rosentagen”.
21.6. Fahrt zum “Holzer-Sepp” in den Lungau, zu Kirschen, Trauben und Zitronen in 1000 m Höhe.
Besichtigung vom Rosengarten im Kloster Schlehdorf, Rosenvortrag v. H. A. Patrzek
Aug+Sept. Obstpressen in bisher nie dagewesener Menge und Qualität.
20.9. Schaupressen mit Vortrag und praktischer Vorführung über Apfelessig, von Fr. Susanne März
am 4.10 wurde in den Räumen des “ZUK”, im  “Allianz”-Saal eine wunderschöne 100-Jahr-Feier veranstaltet. Es waren ca. 160 Gäste. Der Präsident des Landesverbandes, zugleich Landrat des Landkreises Bad-Tölz/Wolfratshausen, Herr Manfred Nagler, hat Herrn B. Bußmann für seine 30 jährige Tätigkeit als Pressenwart und 2. Vorstand, die “Ehrennadel in Gold” verliehen.
Im Rahmenprogramm spielten und sangen die Lainbachtaler Musi und die Lainbachtaler Sänger: Ein großes  Buffet inclusive Getränke war für alle Gäste frei. Eine Ausstellung der Originaldokumente seit 1902 inclusive der Vereinszeitschrift “Der praktische Gartenratgeber” von 1882 bis 1920 fanden großes Interesse. Die  Dekoration war erlesen gestaltet von Frau Eicher von der Ancillae-Gemeinschaft.

Von links nach rechts:
Landesverbandspräsident Manfred Nagler
Vereinsvorstand: R.J. Kellner
Ehrenmitglied B. Bußmann bekommt die Ehrennadel

Beim Saal schmücken und Buffet herrichten: Fr. Gerda Lechner(Schriftführerin)/ Fr. Maria Pfund (2.Vorständin)/ Herr Pfarrer Gaßner (beim “Aufmuntern”)/ Fr. Annelies Ried(Kassierin)

2004

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